Jugend- und Jahrestreffen
der DNG in Kassel, 12.10 - 15.10.2006
Ziemlich chaotisch hatte ich nachts kreuz und quer CDs, Redbull und Kleider in den Trolley geschmissen und natürlich viel zu viel versucht reinzustopfen. Nun muss nur noch MP3-Player, Digicam und Handy in den Rucksack und los geht's zum Treffpunkt am Bahnhof. Zum Glück findet die Tagung nicht am Ende des Monats statt, so dass ich locker noch Euros am Bancomat beziehen kann. Ich fühle mich total groggy vom Rumstressen und könnte bereits wieder 'ne Runde pennen. Supi tauchen in dem Augenblick die Anderen auf. |
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Übermütig steigen wir in den Zug und kapern uns ein gediegenes Sechserabteil. T. packt Plastikbecher und Sekt aus und wir stossen gemeinsam auf das kommende Wochenende an. Natürlich denkt niemand von uns im Entferntesten daran ein Nickerchen zu machen und so sind die ersten Gruppenkataplexien vorprogrammiert. In Kassel steigen wir in den Bus um, welcher uns zum Tagungsort bringt. Ätzend lang zieht sich die Fahrt im überfüllten Bus dahin und die Müdigkeit macht es auch nicht leichter, standhaft zu bleiben.
Das Check-in im Hotel geht schnell und noch so gern legen wir uns vor dem Z'Nacht noch kurz hin. Wir haben für halb Sieben abgemacht und so laufen wir hungrig vom Jugendhaus hinauf zum Restaurant. Mit viel Hallo werden wir begrüsst und es ist cool all die anderen Narkis wieder zu sehen. Den Abend verbringen wir in der Jugendbar; voll gut, dass es diese Möglichkeit gibt.
Am Freitag fahren wir mit dem Auto zu einem Aussichtspunkt in der Region. Da es in Strömen regnet schauen wir uns nur kurz um, bevor wir bei einem grossen Einkaufscenter Halt machen. B. besorgt Getränke, Chips und Gummibärchen für die Bar, ich und S. benutzen die Gelegenheit, auf Shoppingtour zu gehen. Wahnsinn, diese Preisunterschiede!
Am Abend findet die offizielle Begrüssung statt und wir SchweizerInnen werden alle namentlich begrüsst. Anschliessend hält Prof. Mayer einen Vortrag zu den neuesten Erkenntnissen in der Narkolepsieforschung. Die vielen Fachausdrücke und das abgedunkelte Licht machen es mega schwierig, dem Vortrag zu folgen. Doch genau das zeichnet dieses Treffen aus: hier sind wir Schlafenden die Mehrheit und niemand legt es uns als Desinteresse aus.
In der Jugendbar läuft cooler Sound aus den Eighties, als Getränke gibt's Coke, Bier und Drinks, dazu Snacks und Süsses. Der lockere Austausch mit den anderen machen die Nacht echt kurz. Zwischendurch stelle ich mich selber hinter die Bar und mit etwas Übung gelingt es mir sogar, ein schönes Bier zu zapfen.
Der Samstag ist randvoll mit Vorträgen, welche mich doch etwas an die Schule erinnern. Für Neulinge ist der Vortrag "Was ist Narkolepsie?" gedacht, für Angehörige und Freunde gibt es speziell eine Gesprächsgruppe, in der sich Partner einmal untereinander über die Besonderheiten im Zusammenleben mit einem Betroffenen austauschen können (ist doch voll easy mit uns, oder?). Einige Referate sind spannend gehalten und super präsentiert. Ich finde es absolut spitze, dass man hier so viel lernen kann und wir Betroffenen doch richtige Experten in Sachen Narkolepsie werden. Am Liebsten sind mir Workshops, da ich hier aktiv teilnehmen kann und es mir gelingt, eine ganze Stunde dranzubleiben und alles mitzubekommen. Das gibt mir echt Power!
Am Nachmittag gehe ich mir die Präsentation "Schlafend durch den Tag" von Uwe anschauen. Die mega eindrücklichen Bilder sind als Tonbildschau mit Aussagen der porträtierten Personen unterlegt. Die Vorführung ist extrem touchy und wohl nicht nur ich verdrücke heimlich eine Träne.
Bereits bei der Anmeldung wurde ich informiert, dass jeweils am letzten Abend ein sogenannter "bunter Abend" stattfindet und die Teilnahme auch von uns Jugendlichen erwünscht ist. Extra für diesen Anlass habe ich ein chices Outfit eingepackt und so kommen wir Mädels aufgestylt in den grossen Saal. Es gibt Schnitzelbänke und Dankesworte, Livemusik und eine Tombola. Natürlich ziehe ich nur Fehllose - vielleicht hab' ich dafür Glück in der Liebe ;-) Die Band spielt irische Folkmusic und ein paar alte Rocksongs und lässt sich voll gut aushalten. Gegen Mitternacht ziehen wir weiter zur Jugendbar und schon bald müssen Stühle und Tische verschoben werden, damit es Platz zum Tanzen gibt. Hier trifft sich wer jung und junggeblieben ist und ich bin baff, wie fit sich die Mitdreissiger zeigen. Einige sind echt cool drauf, wenn ich da so an meine Eltern denke... Jedenfalls fällt es uns Sleepies leicht, die Nacht zum Tag zu machen und dennoch morgens um 7 Uhr pünktlich beim Frühstück zu erscheinen.
Am Sonntagmorgen findet die Mitgliederversammlung der DNG statt. Wir SchweizerInnen könnten als Gäste teilnehmen, doch die Meisten von uns warten gemütlich bei Kaffee das Ende der Versammlung ab. Nach dem Z'Mittag holt uns ein Grossraumtaxi ab und bringt uns zum Bahnhof in Kassel. Der ICE ist mega voll und die Fahrt in die Schweiz zieht sich endlos dahin. Als ich zuhause ankomme bin ich happy, dass ich mir den Montag zusätzlich frei genommen habe und erst wieder in meinen normalen Schlafrhythmus kommen kann.
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