1. Die nichtmedikamentöse Behandlung:
Eine Rhythmisierung des Tagesablaufs mit kurzen Ruhepausen zu gleichbleibenden Tageszeiten ist oberstes Gebot. Zusätzlich zu dem obligaten - kurzen - Mittagsschlaf sind individuell zu dosierende Erholungspausen erforderlich. Berufe mit Nachtschicht und/oder unregelmässigen Schlaf-Wach-Rhythmus sind zu vermeiden.

  • Reichliche Mahlzeiten verstärken die Einschlafneigung und sind zu vermeiden bzw. durch häufigere, kleinere Mahlzeiten zu ersetzen.
  • Alkohol verstärkt die Einschlafneigung und ist deshalb zu vermeiden.
  • Nikotingenuss erleichtert das Wachbleiben nur scheinbar. Auf die Dauer vermehrt er die Einschlafneigung und ist deshalb zu vermeiden.
  • Der Genuss von Milch und Milchprodukten kann die Einschlafneigung verstärken. Diese Lebensmittel sollten also vorzugsweise vor dem Schlafengehen genossen werden. 



2. Die medikamentöse Behandlung

kann nur durch einen Arzt erfolgen. Gleichwohl sollte der Patient die Grundregeln kennen. Das kann helfen, Fehler zu vermeiden.
 

2.1. Einschlafattacken und automatisches Verhalten
Diese Symptome werden mit Psychostimulantien unterdrückt. Es empfiehlt sich, diese Mittel vorsichtig zu dosieren und mit schwächer wirkenden Medikamenten zu beginnen.

Man muss sich auf eine Langzeitbehandlung einstellen. Da viele Psychostimulantien mit der Zeit in ihrer Wirkung nachlassen, eine Dosiserhöhung aber die Nebenwirkungen verstärkt und damit zusätzliche Gefahren schafft, sind Medikamentenferien - Absetzen der Mittel über 3 bis 4 Wochen - von Zeit zu Zeit zweckmässig.

Gängige Mittel sind:

Wirkstoff
Name (in CH)
Tagesdosis
Bemerkung
Mazindol
Teronac®
2 - 8 mg/d
Auslandapotheke
Methylphenidat
Ritalin®/- SR/. LA, Concerta®
10 - 80 mg/d
 
Pemolin
Stimul
20 - 80 mg/d
Auslandapotheke, Vorsicht wegen Leberschäden
Dexamphetamin
Dexamin®
5 — 15 mg/d
 
Gamma Hydroxybutyrat
Xyrem®
3 — 9 g/d
  
Selegilin
Jumexal®
5 — 10 mg/d
  
Modafinil
Modasomil®
100 — 400 mg/d
  
Amphepramon HCl /-ret
Regenon®
25 — 75 mg/d
  



2.2. Tonusverlustanfälle (Kataplexien und Schlaflähmungen), hypnagoge Halluzinationen

Diese Symptome werden vorzugsweise mit trizyklischen Antidepressiva behandelt, die in möglichst niedriger Dosierung genommen werden sollten.

Gängige Mittel sind:

Wirkstoff
Name (in CH)
Tagesdosis
Bemerkung
Clomipramin
Anafrinil® A.-SR
25 - 150 mg/d
 
Reboxetin
Edronax®
4-8mg/d
 
Imipramin
Tofranil®
25 - 100 mg/d
 
Fluoxetine
Fluctine®
20 - 40mg/d
 
Paroxetine
Deroxat®
20 - 50mg/d
 
Mirtazipin
Remeron®
10 - 30mg/d
  
Protryptiline
Vivactil®, Concordin®
15-60 mg/d
Auslandapotheke, weniger cholinerge Nebenwirkungen
Viloxacin
Vivalan®
200-300 (500) mg/d
Auslandapotheke, weniger cholinerge Nebenwirkungen
Gamma Hydroxybutyrat
Xyrem®
3 – 9 g/d
  


All diese Medikamente haben Nebenwirkungen wie Mundtrockenheit und Gewichtzunahme und können zu Impotenz führen, die jedoch nach Absetzen wieder verschwinden.

Reichen diese Medikamente nicht aus, kann Tranylcypromin (Parnate) eingesetzt werden. Dieses Mittel ist ein MAO-Hemmer. Es erfordert eine besondere Diät, es können gefährliche Blutdruckkrisen auftreten.

Ein plötzliches Absetzen der Mittel könnte einen Status cataplecticus auslösen (serienweises Auftreten von Tonusverlusten), der unbehandelt bis zu 3 Wochen anhält. Er ist nicht lebensbedrohend und lässt sich mit Anafranil i.v. innerhalb von Minuten beheben. Besser ist es jedoch, den Status zu vermeiden und die antikataplektischen Medikamente niemals abrupt abzusetzen sondern immer langsam auszuschleichen.


2.3. Schlafstörungen
Gängige Mittel sind:
 
Wirkstoff
Name (in CH)
Tagesdosis
Bemerkung
Clonazepan
Rivotril®
0.5 - 2mg/d
 
Zolpidem
Stilnox®
10 mg
 
Gamma Hydroxybutyrat
Xyrem®
3 – 9 g/d
  
Trimipramine
Surmontil®
25 – 75 mg/d
 

Der Patient selbst kann viel zu einer optimalen Therapie beitragen indem er die Medikamente wie vom Arzt verordnet einnimmt und gleichzeitig ein Tagebuch führt über Dosierung, Wirksamkeit und Nebenwirkungen. Dazu ist es sehr wichtig, dass sich der Patient bewusst ist welches Medikament gegen welche Symptome eingesetzt werden.


Alle Fachinformationen und Patienteninformationen (Packungsbeilagen) sind im Arzneimittelkompendium der Schweiz publiziert. Dieses ist auch online abrufbar: www.compendium.ch